motivationsbrief

Motivationsschreiben AusbildungMotivationsschreiben für die Ausbildung, auch ohne Berufserfahrung

Ausbilder suchen keine perfekten Lebensläufe, sondern jemanden, der zuverlässig ist und wirklich Lust auf den Beruf hat. So zeigst du beides auf einer Seite.

Hand mit Stift korrigiert einen ausgedruckten BewerbungsentwurfKI

Was ein Ausbildungsbetrieb wissen will

In kleineren Betrieben liest oft der Chef oder die Chefin selbst. Die Fragen dahinter sind einfach: Weißt du, was der Beruf im Alltag bedeutet? Bleibst du drei Jahre dabei? Passt du ins Team? Ein Motivationsschreiben, das diese drei Fragen beantwortet, ist besser als jede schöne Formulierung.

So beantwortest du die drei Fragen

Weißt du, worauf du dich einlässt?

Zeig, dass du den Beruf schon einmal erlebt hast: im Schulpraktikum, beim Probearbeiten, in der Familie, bei einem Hobby. Ein konkretes Detail überzeugt mehr als „Der Beruf hat mich schon immer interessiert“. Zum Beispiel: „Im Praktikum habe ich gemerkt, dass mir das Abschleifen der Kanten genauso gefällt wie das Zusammenbauen.“

Bleibst du dabei?

Hier helfen Dinge, die du über längere Zeit gemacht hast: ein Nebenjob seit einem Jahr, ein Verein seit fünf Jahren, eine Aufgabe in der Familie. Sie zeigen, dass du nicht nach zwei Monaten aufhörst.

Passt du ins Team?

Schreib, warum genau dieser Betrieb. Gründe, die zählen: was er herstellt oder anbietet, wie er ausbildet, ein Eindruck aus dem Praktikum oder vom Tag der offenen Tür, die Nähe zu deinem Wohnort, wenn du keinen Führerschein hast. Ehrlich und konkret ist hier besser als schmeichelhaft.

Sechs Fragen beantworten, Ausbildungs-Entwurf erhalten

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Beispiel: Ausbildung zum TischlerZum Beispiel so. Frei erfundenes Beispiel, nicht zum Abschreiben gedacht.

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Tischler

Sehr geehrte Damen und Herren,

Einleitung

im Schulpraktikum in der neunten Klasse habe ich in einer Werkstatt meinen ersten eigenen Hocker gebaut. Er steht heute noch in unserer Küche, und seitdem weiß ich, welchen Beruf ich lernen will. Deshalb bewerbe ich mich bei der Schreinerei Albrecht um einen Ausbildungsplatz als Tischler zum kommenden Ausbildungsjahr.

Motivation

Mir gefällt, dass man am Ende des Tages sieht, was man geschafft hat. Auf Ihren Betrieb bin ich über die Ausbildungsmesse in unserer Schule gekommen. Dort haben mir Ihre Auszubildenden gezeigt, dass sie schon im ersten Jahr an echten Kundenaufträgen mitarbeiten, vom Aufmaß bis zur Montage. Genau so möchte ich lernen.

Eignung

Ich arbeite gern mit den Händen und bleibe geduldig, wenn etwas beim ersten Versuch nicht passt. Seit eineinhalb Jahren helfe ich samstags in einem Fahrradladen aus und bin dort für kleinere Reparaturen zuständig. In Mathe und Technik gehören meine Noten zu den besten der Klasse, und technische Zeichnungen machen mir besonders Spaß.

Ziel

Nach der Ausbildung möchte ich Berufserfahrung sammeln und später die Meisterprüfung ablegen.

Schluss

Gern komme ich zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Probetag zu Ihnen, um Sie und die Werkstatt persönlich kennenzulernen.

Mit freundlichen Grüßen
Leon Schäfer

Typische Fehler in Bewerbungen für die Ausbildung

  • Der falsche Firmenname aus der letzten Bewerbung steht noch im Text.
  • Nur Eigenschaften, keine Beispiele: „Ich bin pünktlich, zuverlässig und teamfähig.“
  • Zu lang: Mehr als eine Seite liest in der Ausbildung kaum jemand.
  • Ausreden vorweg: „Meine Noten sind nicht so gut, aber …“
  • Umgangssprache oder Kopiertes: Ausbilder kennen die bekannten Mustertexte aus dem Netz.

Den Aufbau mit allen fünf Teilen und eine Checkliste zum Abhaken findest du unter Motivationsschreiben: Aufbau. Wenn du nach der Schule erst ein Jahr Praxis sammeln willst, wähle im Generator den Anlass FSJ oder Praktikum.

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Häufige Fragen

Ist ein Motivationsschreiben für die Ausbildung dasselbe wie ein Anschreiben?

Fast. Viele Betriebe nennen es Anschreiben, andere Motivationsschreiben. Gemeint ist in beiden Fällen eine Seite, auf der du erklärst, warum du diesen Beruf in diesem Betrieb lernen willst. Wird beides verlangt, ist das Motivationsschreiben persönlicher und das Anschreiben knapper.

Was schreibe ich, wenn ich noch nie gearbeitet habe?

Belege kommen auch aus Schule und Freizeit: Schulpraktikum, Ferienjob, Verein, Pflege von Angehörigen, Babysitten, ein Hobby, bei dem du etwas baust oder organisierst. Entscheidend ist, dass du sagst, was du dabei gemacht hast.

Muss ich meine Noten erklären?

Nein. Nur wenn ein Fach für den Beruf wichtig ist und du dich darin verbessert hast, lohnt sich ein Satz dazu. Schlechte Noten sprichst du nicht von dir aus an.

Wie spreche ich den Betrieb an?

Wenn in der Stellenanzeige eine Ansprechperson steht, mit Namen: „Sehr geehrte Frau Albrecht,“. Steht keine dabei, kannst du anrufen und nachfragen. Das wirkt engagiert und gibt dir gleich einen Aufhänger für den ersten Satz.

Wie lang soll das Motivationsschreiben für die Ausbildung sein?

Höchstens eine Seite, gut 250 bis 350 Wörter. Ausbilder lesen viele Bewerbungen nebenbei, kurze Absätze helfen.

Kann ich mich mit demselben Text bei mehreren Betrieben bewerben?

Den Teil über dich ja. Einleitung und den Absatz, warum genau dieser Betrieb, musst du jedes Mal neu schreiben. Ein vergessener Firmenname im Text ist einer der häufigsten Gründe für eine schnelle Absage.